Einschlafen, das ist für viele Frauen nicht das größte Problem. Der Tag war lang, der Job anstrengend: Erschöpft fallen sie ins Bett. Doch mitten in der Nacht ist es abrupt mit der Ruhe vorbei. Sie wachen auf, wälzen sich von einer Seite zur anderen, stehen auf und legen sich hin. Die Folge: Statt ausgeruht und erholt starten sie wie zerschlagen in den neuen Tag, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit leiden.

Frauen mit viel Alltagsstress leiden schnell unter Schlafstörungen.

Wer tagsüber viel grübelt, schläft abends oft schlecht ein. Foto: © Eléonore H – Fotolia.com

Schlafräuber Wechseljahre und Stress

Verantwortlich gemacht werden dafür oft die Wechseljahre. Vor allem nächtliche Hitzewallungen gelten als Ursache für Ruhestörungen. Doch die Hormone alleine gelten nicht als die einzigen Schlafräuber. Vor allem Frauen zwischen 40 und 60 Jahren fällt es oft schwer, abzuschalten. Der Alltag bietet unzählige Ursachen für schlaflose Nächte: Der Sohn geht ohne Abschluss von der Schule, die Eltern brauchen immer öfter Hilfe. Und für die Beziehung gibt es zu wenig Zeit…

Zusätzlich machen sich Betroffene selbst Druck: Sie müssen schlafen, um leistungsfähig zu sein. Immer verkrampfter versuchen sie, zur Ruhe zu kommen. Anspannung ist der ärgste Feind des Schlafes. Die Liste der Beschwerden, die Schlafdefizit auslösen kann, ist lang: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depression und Rückenschmerzen gehören dazu.

Selbsthilfe: Stoppen Sie das Gedankenkarussell

Gesund bleiben wir, wenn es uns gelingt, leicht einzuschlafen und viele lange Tiefschlafphasen zu haben. Die Gesamt-Schlafzeit ist dabei oft genetisch vorgegeben. Alles zwischen sechs und neun Stunden gilt als normal. Frauen schlafen mit siebeneinhalb Stunden durchschnittlich eine Stunde länger als Männer. Damit die Nacht wieder erholsam wird, sollten wir tagsüber rechtzeitig einen Gang runterfahren.

Stressabbau, das Besinnen auf sich selbst und die eigenen Bedürfnisse helfen, zur Ruhe zu kommen. Wie das gelingen kann? Versuchen Sie zum Beispiel, zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen und aufzustehen. So lernt der Körper, in einem klar vorgegebenen Zeitraum müde zu sein. Wer zum Grübeln neigt, plant am Tag am besten 15 Minuten ein, in denen er Probleme notiert und Lösungen sucht. So stoppen Sie das Gedankenkarussell, das uns nachts heimsucht.

Sanfte Therapeutika eignen sich als natürliche Einschlafhilfen. Sie lindern das Stressempfinden, Nervosität und Angst. Sie sorgen dafür, dass Sie keine Gedanken mehr an den Schlaf verschwenden. Nur so kommt er von allein zurück. Wenn Sie Hilfe brauchen, können Sie sich kostenlos an die Stress-Helpline 08000/142842 wenden – jeden Donnerstag von 17 bis 19 Uhr.

Was im Schlaf passiert

  • Im Schlaf erholen sich Körper und Gehirn: Die Zellen reparieren sich während dieser Zeit selbst.
  • Während dem Schlafen speichert das Gehirn, was es am Tag erlebt, gelernt und geübt hat. Daher formt sich das Hirn im Schlaf um oder es wachsen neue Nervenbindungen.
  • Schlaf hält den Stoffwechsel im Takt. Bei zu wenig Schlaf gerät es durcheinander. Dann steigt das Risiko, übergewichtig zu werden oder an Diabetes zu erkranken.

Wann sollte ich zum Arzt?

Schlafen Sie schon länger als vier Wochen jede Nacht schlecht, dann sollten Sie zum Hausarzt gehen. Bei solchen chronischen Schlafstörungen prüft der Mediziner zunächst, ob eine körperliche oder seelische Krankheit dahinter steckt. Falls sein Rat nichts bringt, sollten Sie sich an ein Schlaflabor wenden. Adressen gibt es bei QualiMedic.

Das optimale Schlafklima

Bis zu 60-mal pro Nacht verändern wir unsere Körperhaltung. Wer sich zu viel bewegt, schläft unruhig und schlecht. Wichtig ist deshalb ein Bett, bei dem sich die Matratze individuell an Körperform und Gewicht des Schlafenden anpasst.

Schwitzen stört den Schlaf. Angenehm ist ein Bett mit „Klimaanlage“, das heißt: spezielle Decken und Matratzen aus hochwertigen Materialien, die die Feuchtigkeit gut ableiten. Das Bett nutzen Sie am besten nicht zum Arbeiten, Essen oder Fernsehen. Das hilft, damit Ihr Körper diesen Ort nur mit Schlaf in Zusammenhang bringt.

So wirken natürliche Helfer

Synthetische Schlafmittel machen unter Umständen auf Dauer abhängig. Sanfter und genauso wirksam sind natürliche Helfer: Passionsblume fördert das innere Gleichgewicht und Hafer stärkt die Nerven. Kaffeesamen helfen, besser abzuschalten. Das Zinksalz der Baldriansäure beruhigt. Die Kombination dieser pflanzlichen Wirkstoffe (z.B. in Neurexan) sorgt für mehr Gelassenheit und einen erholsamen Schlaf.

Quelle: Frau von Heute, Nr. 10.

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