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Bhakti Yoga – Der Weg zu Gott

„Er ist die Seele des Universums. Er ist unsterblich. Sein ist die Herrschaft. Er ist der All-Wissendem der Alles-Durchdringende, der Beschützer des Universums, der Ewige Herrscher. Er, der zu Anbeginn der Schöpfung Brahma(das universale Bewußtsein) entwarf, und der ihm die Veden übertrug – auf meiner Suche nach Befreiung nehme ich Zuflucht bei jenem Strahlenden, in dessen Licht der Verstand sich dem Atman hinwendet.“

Shvetashvatara-Upanishad VI, 17-18

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Bild © Elena Ray – Fotolia.com

Bhakti Yoga ist die aufrichtige Suche nach Gott. Eine Suche, die in Liebe beginnt, fortfährt und endet. Bhakti spielt in allen Hauptrichtungen des Hinduismus, Shivaismus, Vishnuismus und Shaktismus eine große Rolle. Bhakti, so der indische Weise Narada in den Bhakti Aphorismen, „ist die wirkliche Liebe zu Gott“; „wenn ein Mensch sie erlangt, liebt er alle und hasst niemanden, er erlangt ewige Zufriedenheit“.

Die Unterschiede zu Jnana Yoga und Raja Yoga sind nicht so groß. Alle verfolgen dasselbe Ziel, auch wenn sie unterschiedliche Wege gehen. Bhakti gilt als der leichteste Weg zum Ziel zu kommen, in einer niederen Erscheinungsform kann er schnell in Fanatismus ausarten. In jeder Religion haben die schwachen und wenig entwickelten Geister nur eine Möglichkeit, ihr Ideal zu lieben, indem sie jedes andere Ideal hassen.

Spirituelle Erkenntnis – das Ziel des Bhakti Yoga

Die Bhaktis nutzen Gefühle, ihrem Gott nahezukommen oder sich mit ihm zu vereinigen. Für den Bhakta sind trockene Details nur zur Stärkung seines Willens notwendig, sonst bieten sie keinen Nutzen für ihn.

Die Verehrung ihres Gottes kann in

  • – Japa = Wiederholung göttlicher Namen und Mantras
  • – Kirtana = Rhythmischer Wechselgesang göttlicher Namen und Mantras
  • – Bhajans = gemeinsames Singen religöser Lieder
  • – Pujas = religiöse Zeremonie vor einem Bildnis Gottes
  • – und Seva = Dienst an der Gottheit

Der Bhakta erlangt sein Ziel durch

  • – Viveka, Unterscheidung, beispielsweise reine von unreiner Nahrung zu unterscheiden
  • – Kontrolle der Leidenschaften
  • – Ausübung der Selbstbeherrschung und Selbstverleugnung

Die erforderlichen Eigenschaften eines Bhakti nach dem indischen Weisen Ramanuja:

  • – Saytya, Wahrhaftigkeit
  • – Arjava, Aufrichtigkeit
  • – Daya, Selbstlosigkeit im Handeln anderen gegenüber
  • – Ahimsa, andere weder durch Gedanke, Wort oder Tat zu verletzen
  • – Anabhidhya, kein Streben nach den Gütern von anderen, keine nutzlosen Gedanken fassen

Anavasada

Anavasada ist ein weiteres Mittel, um Bhakti zu werden. Gemeint ist, dass der Bhakti eine gewisse Stärke zur Erreichung seiner Ziele braucht. Körperlich und geistig schwache Menschen können an der Aufgabe zerbrechen. Nur der starke, geübte Körper kann die Erschütterungen verkraften, die aus dem Versuch, die Organe zu kontrollieren, herrührt. Ein Bhakta muss freudig sein. Ein großer Unterschied zu religiösen Menschen im Westen, die immer einen ernsten Gesichtsausdruck haben. Exzessive Fröhlichkeit sollte vermieden werden.

Im Westen bekannt geworden ist vor allem die Vaishnava Bewegung, die monotheistisch glauben, auch wenn ihr Gott viele Manifestationen hat. Die Hare Krishna Bewegung hat im Westen viele Amhänger gefunden.

Weitere Yoga-Themen:  Jnana Yoga | Raja Yoga | Hatha Yoga