Zecken sind durch das veränderte Klima inzwischen das ganze Jahr über aktiv. 2013 stieg die Zahl der FSME-Infektionen auf 420 Fälle an. Auch in den Wintermonaten dieses Jahres verzeichnete das Robert-Koch-Institut erste Infektionen mit dem Virus. Experten raten zur frühzeitigen Impfung.

Durch die milden Winter krabbeln Zecken das ganze Jahr

Durch die milden Temperaturen im Winter sind Zecken das ganze Jahr aktiv. Foto: © frogger – Fotolia.com

Zecken legen keine Winterpause mehr ein. Die in der gesamten Bundesrepublik verteilten Zeckenstationen verzeichneten im vergangenen Jahr durchgehend Aktivitäten der Spinnentiere. Als Grund geben Experten den durch den Klimawandel milderen Winter in Deutschland an. Die Gefahr der Infektion mit FSME oder Borreliose besteht nun das ganze Jahr hindurch. Das Robert-Koch-Institut meldete über die ersten sieben Wochen des Jahres bereits fünf Infektionen mit dem Virus.

FSME-Impfung schützt

Bei FSME handelt es sich um ein von Zecken übertragenes Virus, die sog. Frühsommer-Meningoenziphalitis. Der Volksmund kennt sie als Hirnhautentzündung. Bei einem Zeckenbiss liegt die Gefahr einer Infektion zwischen 1:50 und 1:100. Zu den Symptomen zählen Lähmungen, Störungen der Koordination, des Sprechens und des Bewusstseins. Sie treten zehn Tage nach dem Biss auf und beginnen ähnlich den Anzeichen einer Grippe. Bei Kindern und älteren Menschen besteht ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. In 1% der Fälle endet FSME tödlich.

Ist FSME ausgebrochen, richtet sich die Behandlung des Virus ausschließlich gegen die Symptome. Eine vorbeugende Impfung immunisiert den Körper. Ärzte raten Menschen in Risikogebieten, sich frühzeitig gegen das von Zecken übertragene Virus zu impfen. In Deutschland zählen zu den Regionen mit hohem Risiko Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfahlen, Hessen und Rheinland-Pfalz. Auch in Bayern und dem Nordosten der Republik ist erhöhte Vorsicht geboten. Entgegen ihres Namens „Zeckenimpfung“ schützt die FSME-Impfung nicht vor allen von Zecken übertragenen Krankheiten.

Borreliose durch Zeckenbisse

Zecken übertragen über 50 verschiedene Krankheiten. Neben FSME geht bei einem Biss erhöhte Gefahr von Borreliose aus. Dabei handelt es sich um eine bakterielle Infektion ausgelöst durch das Bakterium Borrelia burgdorferi. Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion bei einem Zeckenbiss liegt zwischen 40% und 60%. Das deutlichste Symptom einer Erkrankung stellt die Rötung sowie Schwellung der Bissstelle dar.

Bei Nichtbehandlung zieht Borreliose Lähmungen der Hirnnerven, schmerzhafte Entzündungen der Nervenwurzeln im Rückenmark, Gelenkbeschwerden und Herzrhythmusstörungen nach sich. Da es sich bei der von Zecken übertragenen Borreliose um eine bakterielle Infektion handelt, besteht keine vorbeugende Schutzimpfung. Die Behandlung erfolgt mittels Antibiotika. Ärzte gehen in Deutschland von 100.000 Borreliose-Erkrankten aus. Die beste Vorbeugung stellt die Vermeidung eines Zeckenbisses dar.

Was tun bei einem Zeckenbiss?

Haben Sie an sich eine Zecke entdeckt, besteht unmittelbarer Handlungsbedarf. Je länger das Spinnentier saugt, umso größer wird die Wahrscheinlichkeit einer Infektion. Als beste Werkzeuge zur Entfernung haben sich eine spitze Pinzette mit gebogenen Enden, eine Zeckenzange oder ein Zeckenlasso aus der Apotheke erwiesen. Packen Sie die Zecke damit hautnah am Kopf. Das verhindert das Quetschen des Körpers und die Freisetzung infektiöser Körpersäfte. Lockern Sie den Parasiten mit einer vorsichtigen Drehbewegung und ziehen Sie ihn langsam und behutsam ab.

Bleibt bei erfolgreicher Entfernung der Zecke ein Stück in der Wunde hängen, handelt es sich um einen Teil des Stechapparates. Von ihm geht keine erhöhte Gefahr aus und der Körper stößt es selbstständig ab. Bleiben Sie nach dem Entfernen wachsam! Zeigt sich nach entsorgter Zecke an der Stichstelle eine Rötung bzw. Schwellung oder bekommen Sie Fieber, informieren Sie Ihren Arzt über den Zeckenbiss!

Widerstandsfähige Blutsauger

Zecken gehören zu den widerstandsfähigsten Blutsaugern auf diesem Planeten. Sie überleben bei Temperaturen von bis zu -20°C. Die meisten handelsüblichen Kühlschränke kühlen nur bis -10°C. Auch in der Waschmaschine überleben die Achtbeiner den 40°C-Waschgang. Die 60°C-Wäsche und der Trockner machen ihnen jedoch zuverlässig den Garaus. Zwischen zwei Blutmahlzeiten kommen Zecken zwei bis drei Jahre ohne Nahrung aus. Die Zecke gilt nicht ohne Grund als das gefährlichste Tier in Deutschland.