Für Naturfreunde ist Heuschnupfen ein besonders hartes Los. Die Pollensaison vermiest Allergikern nicht nur den Spaziergang im Freien. Auch die Gartenarbeit scheint unter Niesanfällen und tränenden Augen unmöglich. Das muss nicht sein: Schutzkleidung und die richtige Bepflanzung leisten gute Dienste.

Eine Frau mit Heuschnupfen bei der Gartenarbeit

Auch Heuschnupfen-Geplagte müssen nicht auf die Arbeit im heimischen Garten verzichten. Foto: © Cornelia Pithart – Fotolia.com

Kompost enthält Allergene

Heuschnupfengeplagte sollten auf jeden Fall einen Allergietest machen. Informieren Sie sich, gegen welche Pollen Sie allergisch sind. Entfernen Sie dann die Pflanzen aus Ihrem Garten, die Ihre Allergien auslösen. Das ist eine wichtige Maßnahme, denn die Belastung ist durch die Nähe viel größer.

Medikamente helfen bei der Gartenarbeit: Antihistaminika lindern Symptome und ermöglichen kurzzeitig freies Durchatmen. Nasenspülungen mit Kochsalzlösung lindern ebenso die Beschwerden. Eine Hyposensibilisierung kann auf lange Sicht Erleichterung bringen – bei Pollenallergie ist die Erfolgsquote hoch.

Wichtig: Verzichten Sie darauf, einen Kompost anzulegen. Er enthält sehr viele Allergene. Wenn Kompost für Sie ein absolutes Muss ist, dann wählen Sie am besten eine verschließbare Variante. Wenn Sie Arbeit am Kompost verrichten, sollten Sie Schutzkleidung tragen.

Die richtige Kleidung bei Heuschnupfen

Pollenallergiker sollten bei der Gartenarbeit generell auf passende Kleidung achten: Schmutzabweisende Kleidung eignet sich gut für jede Gartenarbeit. Verzichten Sie dabei auf Materialien wie Wolle, da sich die Pollen an ihr festheften. Auch die Haare gelten als Pollenfänger – verdecken Sie sie am besten mit einem Tuch oder Hut. Besonders gut gewappnet sind Sie mit Schutzbrille oder Sonnenbrille.

Das hilft vor allem gegen die tränenden Augen. Ein Tuch vor Mund und Nase ist ebenso empfehlenswert. Nach getaner Arbeit nicht vergessen: Lassen Sie die Pollen draußen! Ziehen Sie sich drinnen sofort um – und zwar nicht im Schlafzimmer. Die Gartenkleidung am besten bei 60 Grad waschen.

Die beste Arbeitszeit im Garten ist für Allergiker morgens vor acht Uhr. Darüber hinaus eignen sich windstille und regnerische Tage. Nach einem Regenschauer können Sie getrost ins Freie, der Regen wirkt wie ein natürlicher Pollenschutzfilter. Besorgen Sie sich einen Pollenflugkalender, damit Sie die Pollensaison besser einschätzen können. Achtung: Durch den Klimawandel fliegen Pollen jetzt fast ganzjährig.

Gartengestaltung mit Pollenschutzfiltern

Sie können mit einer allergikerfreundlichen Gartengestaltung viel ausrichten. Bei starker allergischer Belastung empfehlen Experten beispielsweise Kies statt Rasen. Wenn Sie Ihren Rasen behalten wollen, dann mähen Sie Ihn am besten nicht selbst. Wenn es nicht anders geht, sollten Sie nicht an trockenen Tagen mähen, weil dadurch Pollen aufgewirbelt werden. Allerdings darf der Rasen nicht zu feucht sein – sonst verklebt er den Rasenmäher.

Hecken bieten Schutz vor den umherfliegenden Pollen außerhalb Ihres Gartens. Allerdings sollten Sie sie den natürlichen Pollenschutzfilter nicht selbst zuschneiden, da sie die eingefangenen Pollen beim Zuschneiden wieder freisetzen. Am besten nässen Sie die Hecken vor dem Zurückschneiden ein – dann wirbeln Sie weniger Pollen auf.

Allergiker sollten sich überlegen, ob sie nicht in einen Steingarten investieren. Die Pflanzen, die sich für Steingärten eignen, verfügen über wenige Allergene. Die meisten Pollenallergiker reagieren also nicht darauf. Auch Zierzäune fangen Pollen ab – so gestalten Sie mit ansehnlichen Pollenschutzfiltern eine geschützte Ecke für sich.

Rose statt Birke

Zur Gestaltung eignen sich vor allem Pflanzen, die wenig Pollen verlieren. Dazu gehören Blumen, die sich von Bienen bestäuben lassen. Diese Blumen verfügen oftmals über sehr große Blüten. Dazu gehören beispielsweise Rosen und Tulpen. Im Blumenladen finden Sie solche Pflanzen unter dem Etikett Bienenweide.

Grundsätzlich sollten Sie bei Heuschnupfen Pflanzen mit vielen Allergenen wie die Birke aus Ihrem Garten verbannen. Ein Gärtner berät Sie dabei sicher gerne. Beispiele für gut verträgliche Pflanzen sind Hortensien, Rhododendron und Azaleen.

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