Kompressionsstrümpfe verhindern eine Verschlimmerung der Venenschwäche.

Kompressionsstrümpfe helfen bei Venenleiden. Foto: © tibanna79 - Fotolia.com

Über makellose Beine kann sich laut Untersuchungen des Robert Koch Institus nur einer von zehn Erwachsenen freuen. Die meisten haben unschöne Besenreiser, mehr als jeder Vierte ausgeprägte Krampfadern. Sie werden vor allem durch Risikofaktoren wie Vererbung und Alter, aber auch von einer ungesunden Lebensweise mit Übergewicht und zu wenig Bewegung verursacht.

Alarmzeichen bei Venenleiden

Noch bevor sie die Krampfadern sehen, spüren die Betroffenen vor allem abends oder nach längerem Sitzen (wie im Flugzeug) schwere oder geschwollene Beine und Knöchel. Viele leiden unter Juckreiz in der Fesselgegend oder brennenden, ziehenden oder stechenden Schmerzen in den Beinen. Leicht bläuliche Verfärbungen der Haut an den Beinen gelten ebenso als Alarmzeichen.

Schnell handeln

Grund für die Beschwerden ist ein gestörter Rückfluss des Blutes zum Herzen. Es versackt in den Beinen, weil die Venenklappe nicht richtig schließt. Das Blut läuft immer wieder in die Beine zurück. Die Venen erweitern sich, es entstehen Krampfadern.

Deshalb lieber bei den ersten Anzeichen handeln, als mit fortschreitender Erkrankung Durchblutungsstörungen zu riskieren. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Er wird Ihnen vor allem zu Kompressionsstrümpfen raten.

Kompressionsstrümpfe schaffen Abhilfe

Die Strümpfe drücken die Venen von außen zusammen und verengen sie dadurch. Die Venenklappen schließen wieder, das Blut kann nicht mehr nach unten sacken. Kompressionsstrümpfe sind für Menschen mit Venenproblemen Pflicht. Für alle anderen sind sie zumindest auf Reisen oder an einem Tag mit eintöniger Belastung (langes Stehen oder Sitzen) hilfreich und nützlich. Es gibt die Strümpfe ohne Rezept im medizinischen Fachhandel.

Für eine optimale Wirkung werden sie individuell angepasst. Vorsicht: Vor allem im Sommer kann es durch die Stümpfe zu trockener, gereizter Haut kommen. Da hilft die Rosskastanie. Als Gel oder Creme aufgetragen, beruhigt sie die Beine.

Pflanzenkraft hilft schonend und sehr zuverlässig

Viele Menschen leiden unter Krampfadern, gehen aber nicht zum Arzt – oft aus Angst vor eventuellen Operationen. Dabei ist diese Sorge unbegründet – sofern Sie rechtzeitig etwas unternehmen. Einen festen Platz in der Therapie haben Arzneien, die aus pflanzlichen Stoffen bestehen.

Die Wirkung der Rosskastanie, speziell der Extrakt aus Rosskastanien-Samen (zum Beispiel in Venostasin, rezeptfrei in der Apotheke) hat sich bewährt. Sie wirkt gleich mehrfach:

  • Sie stabilisiert die Venenwände,
  • dichtet die Venen ab,
  • fördert den regulären Blutfluss,
  • und reduziert Schwellungen.

Damit lindern Präparate mit Rosskastanien-Samen Beschwerden und verhindern zuverlässig ein Fortschreiten von Venen-Erkrankungen.

Die besten Hausmittel

Eine Wohltat für die Beine sind beispielsweise Wechselduschen oder das Hochlegen. Frauen sollten ihren Füßen Freiraum gönnen: Nicht täglich hochhackige Schuhe tragen! Wechseln Sie die Absatzhöhe oder laufen Sie barfuß, wann immer es geht. Ebenfalls wichtig: täglich anderthalb Liter Wasser trinken. Essen Sie Vollkorn und Gemüse, da diese sehr ballaststoffreich sind. Achten Sie auf Ihre Figur. Jedes Kilo zu viel stärkt die Venenbelastung.

Hilfe vom Facharzt

Krampfadern können zu Geschwüren, Blutgerinnseln und Entzündungen führen. Wenn Pflanzenkraft und Hausmittel nicht mehr reichen, wird der Arzt die Krampfadern entfernen. Dafür gibt es verschiedene Methoden. Beim Stripping durchtrennt der Arzt die Adern und zieht sie heraus. Die Kosten dafür übernimmt die Kasse. Schonendere Therapien setzen auf Laser, Spezialkleber oder Radiowellen. Sie müssen sie aber selbst bezahlen (Kosten bis 5000 Euro).

Jede Bewegung hilft

Für Sportmuffel: Sie müssen nicht über Ihren Schatten springen! Alles ist gut, was die Beine in Schwung bringt: Treppensteigen, Spazierengehen, Füße kreisen. Fahren Sie mit dem Rad zum Einkaufen. Das gleichmäßige Treten ist ideal. Telefonieren Sie im Stehen und wippen Sie dabei mit den Füßen. Merken Sie sich die Faustregel: LL statt SS. Liegen und Laufen entlasten, Sitzen und Stehen schaden!

Für Sportbegeisterte: Wir empfehlen Sportarten wie Schwimmen, Walken, Wandern und Tanzen. Diese Sportarten halten die Venen in Schwung ohne ihnen zu schaden. Verzichten sollten Sie auf Fuß- und Handball, rasante Skiabfahrten, Motorsport und Kanufahren.

Quelle: Neue Welt, Nr. 30.

Weitere Informationen zum Thema: