Grippe gilt als die Infektionskrankheit, an der die Menschen in Deutschland am häufigsten sterben. Doch ist eine jährliche Grippeimpfung sinnvoll? Die Meinungen der Experten gehen auseinander.

Grippe kann gefährlich werden

Grippe bezeichnet eine ansteckende Infektionskrankheit der Atemwege. Der Influenza-Virus beeinträchtigt dabei die Abwehrkräfte des Immunsystems, was bei Risikopersonen zu schwerwiegenden Erkrankungen wie einer Lungenentzündung führen kann.

Zu den Risikopersonen zählen Senioren und Menschen mit eingeschränkter Abwehr – für sie hat ein Grippe-Virus unter Umständen böse Folgen. Normalerweise verläuft die Grippe bei den meisten Erwachsenen jedoch ohne Probleme oder Folgeerkrankungen.

Doch wie läuft eine Grippeimpfung ab? Die Grippeimpfung ist eine Totimpfung – das heißt, es werden keine lebenden Viren gespritzt. Sie ist deshalb gut verträglich. Die Impfung sollte jährlich wiederholt werden, da die Viren sich regelmäßig ändern. Vor einer Erkältung schützt die Grippeimpfung nicht.

Gelber Impfpass mit offener Spritze darüber

Für viele Menschen ist die Grippeimpfung ein jährliches Muss. Experten sind sich über ihren Nutzen jedoch uneins. Foto: © VRD – Fotolia.com

Macht eine Grippeimpfung Sinn?

Wissenschaftler aus den USA veröffentlichten vor kurzem die Ergebnisse einer Studie über die Grippeimpfung. Sie kommen zu dem Schluss, dass die Impfung bei 41% der 18-64 Jährigen unwirksam bleibt. Die Impfkommission in Deutschland empfiehlt eine Grippeimpfung nicht generell und rät auch nicht davon ab. Manche Arbeitgeber übernehmen für ihre Mitarbeiter die Kosten für eine Grippeimpfung, in der Hoffnung krankheitsbedingten Personalausfällen entgegenzuwirken.

Bei Kindern sind die Aussagen von Studien zur Grippeimpfung widersprüchlich. Denn eine Grippe und deren Verlauf können bei Kindern von vielen Faktoren abhängen. Die Impfkommission des Landes Sachsen empfiehlt eine Grippeimpfung für alle Kinder, da sie die Krankheit schnell weiterverbreiten.

Impfempfehlung für Risikogruppen

Generell sollten sich nach Ansicht der deutschen Impfkommission alle Senioren ab 60 Jahren impfen lassen, da in diesem Alter das Immunsystem schwächer wird. Für diese Risikogruppe gibt es keine Studie zur Wirksamkeit einer Impfung – obwohl eine Grippeerkrankung für alte Menschen unter Umständen gefährlich wird. Darüber hinaus rät die Kommission Erwachsenen und Kindern mit schwachem Immunsystem (beispielsweise durch Diabetes, Asthma, Leukämie) eine Impfung vorzunehmen.

Menschen, die in medizinischen oder pflegerischen Berufen arbeiten, zählen nicht als Risikogruppe, sollen sich aber trotzdem gegen Grippe impfen lassen. Der Grund: Durch die Arbeit kommen sie oftmals mit den Risikogruppen in Kontakt und sollten diese nicht mit den Erregern infizieren. Allerdings kommen nur wenige Angehörige dieser Berufsgruppe dieser Empfehlung nach.

Als sinnvoll erachtet die Impfkommission die Impfung für Schwangere. Sie können sich im ersten oder letzten Drittel der Schwangerschaft impfen lassen – sprechen Sie dies am besten mit Ihrem Arzt ab. Da sich während der Schwangerschaft das Immunsystem verändert, ist es möglich, dass Sie leichter an einer Grippe erkranken.

Eine Grippe verursacht unter Umständen Schäden beim ungeborenen Kind. Darüber hinaus haben Forscher in einer Studie nachgewiesen: Babys tragen die Antikörper der geimpften Mutter im Blut und sind so in den ersten Lebensmonaten besser geschützt.

 

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