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Was Haare und Nägel verraten

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Wenn unserem Körper etwas fehlt, sieht man uns das auf Dauer an. Wie wir Warnsignale richtig deuten und unsere Gesundheit schützen können.

Sobald der Sommer kommt, wachsen unsere Nägel schneller – rund vier Millimeter pro Monat. Denn die Sonne fördert die körpereigene Produktion von Vitamin D, das am Nagelaufbau beteiligt ist. Die Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse während der warmen Jahreszeit spielt ebenfalls eine Rolle.

Umgekehrt gilt: Bei stark verlangsamten Wachstum oder Auffälligkeiten der Nagelplatte fehlen Ihnen unter Umständen wichtige Nährstoffe. Veränderungen der Haut und Haare können ebenso ein Warnzeichen für verschiedenste Beschwerden sein. Auf welche Symptome Sie achten sollten – und wie Sie sie behandeln können.

Nagelverfärbungen

Gelb verfärbte Nägel treten oft gemeinsam mit Schuppenflechte auf. Das ist ein Fall für den Dermatologen (Hautarzt). Sieht der Nagel eher gelblich-grau und brüchig aus, ist unter Umständen ein Nagelpilz dafür verantwortlich.

Und davon ist jeder Dritte einmal im Leben betroffen. Wenn sich der Pilz nur an einzelnen Nägeln zeigt, lässt er sich gut mit medizinischem Lack aus der Apotheke therapieren (z.B. „Ciclopoli“, rezeptfrei). Über Nacht aufgetragen, dringt dieser tief in den Nagel ein und tötet die Pilzsporen ab.

Gewölbte Nägel

Aufpassen sollten Sie, wenn sich die Nägel stark nach außen wölben – sogenannte Uhrglasnägel können auf Herz- oder Lungenprobleme hinweisen – damit sollten Sie zum Arzt. Das gilt ebenso bei „Löffelnägeln“ – hier senkt sich die Nagelplatte nach innen. Dies könnte ein Zeichen für ein Eisendefizit sein. Vorbeugend hilft eine eisenhaltige Ernährung mit Linsen, Fleisch und Brokkoli. Achtung: Kaffee, Cola und Schwarztee bremsen die Eisenaufnahme im Körper.

Rillen in den Nägeln

Längsrillen sind oftmals harmlos. Allerdings kann Flüssigkeitsmangel diese Nagelstruktur begünstigen. Deshalb sollten Sie bei tiefen Rillen überprüfen, ob Sie genug trinken: Zwei Liter pro Tag sind das Minimum (Bei einer Herz-oder Nierenschwäche sollten Sie die Trinkmenge mit dem Arzt absprechen).

Querrillen entstehen oft durch verlangsamtes Nagelwachstum, etwa bei einer Grippe. Sie können auch eine Irritation der Nagelwurzel anzeigen, wenn beispielsweise bei der Maniküre das Nagelhäutchen zu weit zurückgeschoben wird.

Brüchige Haare und rissige Nägel

Wenn die Haare abbrechen, liegt das oft an falscher Pflege – etwa an zu heißem Föhnen, aggressiven Colorationen oder dem ständigen Tragen von Haargummis. Auch ein Mangel am Nährstoff Biotin kann schuld sein. Dieser ist an der Bildung von Keratin beteiligt, das die Basis für Haare und Nägel bildet. Ebenso wie bei splitternden Nägeln sollten Sie dann Ihre Biotin-Speicher auffüllen, etwa mit 50 g Erdnüssen und 100 g Haferflocken pro Tag.

Haarausfall

Täglich bis zu 100 Haare zu verlieren ist normal. Erst wenn es über Wochen deutlich mehr werden, liegt unter Umständen eine genetische Veranlagung vor. Denn bei jeder zweiten Frau dünnt das Haar mit steigendem Alter aus. Diesen Vorgang können Sie mit minoxidilhaltigen Präparaten hemmen (rezeptfrei in der Apotheke, dauerhaft anwenden).

Des Weiteren können chronische Entzündungen, Hormonschwankungen, Stress und ein Nährstoffmangel am Haarausfall schuld sein. Weil die Ursache für den Laien schwer erkennbar ist, empfiehlt sich ein Besuch beim Hautarzt.

Stumpfe Haare

Oft wird strohiges Haar durch regelmäßiges Färben und Föhnen verursacht. Ab dem Alter von 40 kommt allerdings ein anderer Faktor hinzu: Der Körper produziert weniger Östrogen. Dadurch geben die Talgdrüsen weniger Fett ab. Eine tägliche Kopfhautmassage sowie reichhaltige Pflegeprodukte gleichen dies teilweise wieder aus. Achten Sie ebenso darauf, ausreichend Zink, z.B. 130 g Hartkäse oder 200 g Vollkornweizen pro Tag, zu sich zu nehmen.

Schuppen

Bei Frauen deutet Schuppenbildung oft auf eine zu trockene Kopfhaut hin. Dann hilft eine Ölkur: einige Tropfen Olivenöl in die Kopfhaut einmassieren, über Nacht einwirken lassen, mit milden Shampoo auswaschen. Hinter anhaltenden, starken Schuppen können sich aber ebenso Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte und Pilzinfektionen verbergen. Ein Dermatologe kann die Ursachen feststellen.

Mythos Kalziummangel

Weiße Flecke auf den Nägeln? „Trink mehr Milch, du hast einen Kalziummangel“, lautet ein typischer Ratschlag. Auch wenn sich manch ein Nährstoff-Defizit an den Nägeln ablesen lässt – ein Kalziummangel gehört nicht dazu.

Die Nägel bestehen nur zu 0,03 Prozent aus diesem Mineralstoff. Das ist so wenig, dass sich ein Defizit dort nicht zeigen kann. Ursache für die hellen Tupfen sind oft Verletzungen des Nagelbetts. Echter Kalziummangel äußert sich durch Muskelkrämpfe und kribbelnde Nerven („Ameisenlaufen“) in den Gliedmaßen.

Quelle: Laura, Nr. 05.

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