Wer heutzutage Öl im Supermarkt kauft, liest häufig den Begriff „kaltgepresst“. Vor allem bei Olivenöl tun wir uns schwer, ein Produkt aus anderer Herstellung zu finden. Worum handelt es sich bei der Kaltpressung und warum tut sie dem Öl so gut?

Bei der Kaltpressung bleibt das Öl während des Vorgangs der Gewinnung unerhitzt. Das bedeutet noch keine exakte Aussage über die Temperaturen bei der Pressung: Bei der Gewinnung von Sojaöl erreichen diese bis zu 75 Grad. Für die schonende Pressung von Olivenöl haben sich hingegen Temperaturen von maximal 45 Grad bewährt. Für die Kaltpressung kommt seit der Antike die Spindelpresse zum Einsatz. Aufgrund höherer Effizienz löste sie die Schneckenpresse (auch Extruder) ab.

Die schonende Kaltpressung erhält die Inhaltsstoffe

Das Verfahren der Kaltpressung ist besonders schonend. Foto © sergioboccardo – Fotolia.com

Wo liegen die Vorteile der Kaltpressung?

Die Kaltpressung ermöglicht es, die Inhaltsstoffe des Ausgangsproduktes bei der Ölgewinnung vollständig zu erhalten. Ein hervorragendes Beispiel: Olivenöl . Hochwertige Olivenöle zeichnen sich durch ihren charakteristischen Geschmack aus. Zusätzlich wirken die im Öl enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe positiv auf unsere Gesundheit. Diese geschmacks- und gesundheitsfördernden Stoffe bleiben durch die Kaltpressung im Endprodukt – dem Öl – erhalten.

Das Saatgut bzw. die Frucht muss für die Kaltpressung gesund, ausgereift und frisch sein. Aufgrund der schonenden Behandlung hochwertiger Ausgangsprodukte fällt der Preis kaltgepresster Öle höher aus. Sie sind ihr Geld wert: Öle aus Kaltpressung verfügen über individuellen Geschmack und bringen uns eine Vielzahl gesundheitlicher Vorteile.

Welche Alternativen gibt es?

Der Name des zweiten weit verbreiteten Verfahrens zur Ölgewinnung überrascht kaum: Es handelt sich um die Heißpressung. Die Hersteller pressen die Ölsamen und Ölfrüchte unter Wärmezufuhr und erreichen einen höheren Ertrag. Danach wird das gewonnene Öl raffiniert, um gesundheitsschädliche Stoffe wie Pestizide auszuleiten. Dadurch verlieren diese Öle ihren Geschmack. Im Gegensatz zur Kaltpressung sind sie geschmacksneutral.

Heutzutage führen Anbieter von raffinierten Ölen anstelle von Heißpressung vornehmlich die Extraktion durch: Das Öl wird aus den Samen oder Ölfrüchten mithilfe von organischen Lösungsmitteln gelöst. Ohne Hitze geht es auch hier nicht: Erhitzen entfernt das Lösungsmittel aus dem Öl. Das anschließende Raffinieren führt zum gleichen Effekt wie bei der Heißpressung. Die gewonnenen Öle erreichen nicht die Qualität kaltgepresster Produkte.

Bevorzugen Sie Öle aus Kaltpressung

Raffinierte Öle erhalten Sie günstig. Sie eignen sich für alle Anwendungen in der Küche. In einer vollwertigen Ernährung haben sie jedoch keinen Platz. Ernährungsexperten raten zu Ölen aus der Kaltpressung. Diese sind reich an ungesättigten Fettsäuren und weitaus angenehmer im Geschmack.

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