Skip to content

Nagelpilz: Ansteckung lauert überall

Problemnägel sind recht einfach zu erkennen: Die Nägel verlieren ihren rosigen Glanz, werden trüb und zeigen kleine, längliche Weißfärbungen. Meist vom äußeren Rand her wachsen längliche und halbrunde Flecken und verfärben sich gelblich, manchmal auch dunkler – ein Zeichen für eine Infektion mit Nagelpilz.

Verletzungen als Eintrittspforte

Gepflegte Fingernägel sind unsere Visitenkarte.

Gesunde Fingernägel sind glatt, roséfarben und haben keine Flecken. Foto: © Tetiana Zbrodko – Fotolia.com

Später breitet sich die Infektion zur Mitte hin bis zum Nagelwall aus. Der betroffene Nagel wird gelb bis bräunlich, verdickt sich und bröckelt. Hervorgerufen wird die Erkrankung meist durch Faden-, selten Hefe- oder Schimmelpilze. Schon kleinste Verletzungen des Nagels bieten den Erregern eine Eintrittspforte.

Sie nisten sich dann im Nagel und unter der Nagelplatte ein und müssen therapiert werden – am besten mit einem wasserlöslichen Spezial-Lack. Nagelpilz heilt nicht von allein, und unbehandelt breitet er sich auch auf die umliegenden Hautzellen aus. Es bildet sich Hautpilz.

Kein kosmetischer Lack

Ganz wichtig ist es, während der Behandlung auf farbigen, kosmetischen Lack zu verzichten. Denn er behindert die Wirksamkeit des medizinischen Lacks. Zwar kann dieser den Nagel durchdringen, aber nicht durch den Farblack hindurch in den Nagel gelangen.

So verhalten Sie sich richtig

Schützen Sie sich und andere: Nagelpilz ist ansteckend! Deshalb in Schwimmbad, Sauna oder Hotel immer Latschen tragen. Laufen Sie auch zu Hause nicht barfuß auf dem Teppich und ziehen Sie nachts im Bett Socken an, um Ihren Partner nicht zu infizieren. Gehen Sie irgendwohin zu Besuch, nehmen Sie eigene Schläppchen mit. Niemals in Gäste-Hausschuhe schlüpfen. Zum Schuhkaufen eigene Probiersöckchen dabei haben.

Hygiene ist wichtig: Waschen Sie Ihre Wäsche möglichst bei 60 Grad. Baumwollsocken sind besser als solche aus synthetischen Materialien. Wer Einlegesohlen trägt, nimmt sie abends heraus, desinfiziert sie und lässt sie trocknen.

Auf die Schuhe kommt es an

  • Schläppchen sind ideal für die Füße. Darin bleiben sie trocken, und Pilze haben keine Chance. Anders bei zu engen, geschlossenen Schuhen. Sie erhöhen das Risiko für Fuß- und Nagelpilz.
  • Gut dagegen sind flache und breite Schuhe: Genauso wie die engen Schuhe führen auch spitz zulaufende Modelle und hohe Absätze häufig zu Druckstellen und kleinen Verletzungen, in die die Pilze leicht eindringen können. Sind die Schuhe luftundurchlässig, verursacht das oft Schweißfüße – ebenfalls ideale Bedingungen für Erreger.
  • Schuhe aus Naturmaterialien, die sich bequem der Fußform anpassen, lassen dagegen unsere Füße atmen und sich frei bewegen. Sie sorgen für ein gesundes Fuß-Klima.
  • Extra-Tipp: Schuhe täglich wechseln und regelmäßig desinfizieren (z.B. mit Myfungar Schuhspray, Apotheke)

Die beste Behandlung

Am wirkungsvollsten rückt ein wasserlöslicher Spezial-Lack mit dem Wirkstoff Ciclopirox (z.B. Ciclopoli, rezeptfrei, Apotheke) dem Nagelpilz zu Leibe. Er greift den Pilz von außen und von innen an, denn er gelangt auch unter die Nagelplatte. Der Lack bekämpft zugleich die Pilz-Sporen und verhindert damit ein ständiges Wiederaufflammen der Infektion.

Die Anwendung des medizinischen Lacks ist völlig unkompliziert. Er wird lediglich jeden Abend vor dem Schlafengehen auf die trockenen Nägel aufgetragen. Die Haut um den Nagel kann und sollte dabei mitbehandelt werden, um das Eindringen weiterer Keime zu verhindern.

Der Wirkstoff zieht innerhalb von sechs Stunden tief in den Nagel ein. Eine Vorbehandlung etwa durch Aufrauen des Nagels ist nicht nötig. Lackreste spült man am nächsten Morgen einfach mit Wasser ab – völlig ohne Nagellack-Entferner. Die Behandlung erfolgt, bis der Nagel gesund wieder nachgewachsen ist – bei Zehennägeln ca. 10-12 Monate. Die Behandlungskosten betragen rund 40 Euro im halben Jahr.

Nützen auch Hausmittel?

Hausmittel sind dagegen nur Zeitverschwendung: Viele Patienten glauben, mit Zahnpasta, Essig, Rum oder Teebaumöl etwas gegen den Pilz ausrichten zu können. Nicht selten wird erst das eine, dann ein zweites oder gar drittes Mittel probiert. Reine Zeitverschwendung, sagen Experten übereinstimmend. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen eindeutig, dass Hausmittel gegen Nagelpilz überhaupt nichts ausrichten.

Neues aus der Forschung

Gerade hat eine neue Studie wasserfesten (Wirkstoff Amorolfin) und wasserlöslichen Spezial-Lack (mit Ciclopirox) verglichen. Ergebnis: Mit wasserlöslichem Lack konnten bis zu dreimal mehr Nägel geheilt werden. Sogar Patienten, die zuvor erfolglos andere Produkte angewendet hatten, wurden mit dem wasserlöslichen Anti-Pilz-Lack pilzfrei. Weitere Informationen bietet das Themenspecial Nagelpilz von Lifeline.

Schon gewusst?

  • Fingernägel wachsen schneller als Fußnägel. Der Nagel des Mittelfingers wächst am schnellsten, der am kleinen Finger am langsamsten.
  • Kälte und Rauchen verlangsamen das Nagelwachstum. Mechanische Beanspruchung wie Gitarrespielen regt das Nagelwachstum dagegen an.
  • Die Nägel der Arbeitshand wachsen schneller als die der anderen. Rechtshändler müssen also recht häufig feilen.
  • Am Tag wachsen die Nägel doppelt so schnell wie in der Nacht. Dies gilt sowohl für Finger- als auch für Fußnägel.

Quelle: Das goldene Blatt, Nr. 20.

Mehr Informationen zum Thema: