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Raja Yoga – königlicher Yoga – Teil 1

Raja Yoga gliedert sich in 8 Übungen oder Stufen. Dem indischen Gelehrten Patanjali verdanken wir die Überlieferung der Yoga-Sutras, einer Sammlung von Lehrsätzen zur Methodik des Yoga.

Indologen gehen davon aus, dass er im 2. – 4. Jahrhundert nach Christus gelebt haben muss. Er hat nichts mit dem Grammatiker gleichen Namens zu tun, der umfangreiche Regeln zu der indischen Gelehrtensprache Sanskrit erarbeitet hat und der im 2. Jahrhundert vor Christus wirkte und lehrte.

Wahrnehmung durch Raja Yoga verfeinern

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Die Wahrnehmung des Ich verfeinern. Bilder © styleuneed – Fotolia.com, © csiribiri – Fotolia.com

Der Yoga-Sutra des Pantajali befasst sich mit einer beindruckenden Klarheit und ohne religiösem Unterton mit den Techniken des Yoga. Yoga ist weder eine Religion noch eine Religionsform. Sinn und Zweck des Raja Yogas liegt in der Erlangung eines feineren Wahrnehmungsvermögens. Patanjali hat das in Form von Aphorismen(Sutras) der Nachwelt hinterlassen. Der Raja Yoga basiert auf der Philosophie des Samkhya, einer der sechs philosophischen Systeme des alten Indiens.

Erkenntnis beruht auf Erfahrung. In der Philosophie spricht man von Induktion, wenn wir vom Individuellen auf das Allgemeine abstrahieren. In der Deduktion abstrahieren wir vom Allgemeinen auf das Individuelle. Im Raja Yoga finden sich beide Ansätze.

Es gibt 8 Stufen im Raja Yoga:

  1. Yama – Enthaltsamkeit, Wahrhaftigkeit
  2. Nyama – Reinlichkeit, Zufriedenheit, Strenge
  3. Asana – Rechte Sitzhaltung
  4. Pranayama – Beherrschung des Atems
  5. Pratyahara – Zurückziehen der Sinne von der Aussenwelt
  6. Dharana – Konzentration
  7. Dhyana – Meditation
  8. Samadhi – Erlangung des Überbewusstseins

Moralische Übungen

Yama und Nyama beinhalten moralische Übungen, ohne die die Ausübung des Yoga nicht möglich ist. Erst wenn beide fest verankert sind, geht es zu den nächsten Stufen über. Als nächste Raja Yoga Stufe folgen die Asanas, die wir aus dem Hatha Yoga kennen (siehe auch Beiträge Hatha Yoga aus Indien und Hatha Yoga Übungen).

Anders als im Hatha Yoga geht es hier nur um einige körperliche aber vor allem um geistige Übungen. Bereits in dieser Stufe finden einige Veränderungen im Körper statt. Neue Vibrationen entstehen und Nervenströme werden verlegt.

Pranayama – Beherrschung des Atems

Auf die Asanas folgt das Pranayama. Hier geht es nicht, wie fälschlicher Weise angenommen, nur um Atemübungen, sondern um die Kontrolle des Prana. Prana ist neben Akasa in der Anschauung indischen Philosophie einer der Bestandteile des Weltalls. Alles Gestaltete hat sich aus Akasa entwickelt. Prana ist die Kraft dahinter. Ohne sie gäbe es Aakasa und damit die Entstehung des Weltalls nicht.

Unter psychischer Prana versteht man die Theorie, daß sich in der Wirbelsäule zwei Nervenstränge befinden, Ida und Pingala. Ein hohler Kanal (Susumna) befindet sich im Rückenmarkskanal. Eine versteckte Kraft darin nennen die Yogis Kundalini. Erwecken wir diese Kraft durch intensives Yoga zum Leben, versucht sie sich einen Weg durch die Susumna zu bahnen.

Schafft die Kundalini den Durchbruch, eröffnet sich eine Bewußtseinsebene nach der anderen. Die Erweckung der Kundalini ist allerdings nicht ganz ungefährlich. Es kann bei Yogaschülern ohne die notwendige Reife schwere psychische Störungen hervorrufen. Neben dem Psychoanalytiker Carl Gustav Jung hat sich auch der deutsche Physiker und Philosoph Carl Friedrich von Weizsäcker in seinem Institut sehr ausführlich mit diesem Phänomen beschäftigt.

Lesen Sie in Teil 2 weitere Informationen zu den Stufen 5-8 des Raja-Yoga.