Bei der Eigenbluttherapie handelt es sich um ein naturheilkundliches Verfahren. Es kommt bei der Behandlung von Heuschnupfen zur Anwendung, zeigen herkömmliche Heilmethoden keine Wirkung. Das Immunsystem lernt durch die Begegnung mit reinem oder behandeltem Venenblut, nicht länger übermäßig zu reagieren.

Die Eigenbluttherapie gehört zu den unspezifischen Reiztherapien und ist ein homöopathisches Verfahren. Die Alternativmedizin bezeichnet sie als „unspezifische Umstimmungstherapie“. Sie kommt in der klassischen Naturheilkunde seit Jahrhunderten zum Einsatz und ist nicht Teil der Schulmedizin. Eigenbluttherapie bildet den Oberbegriff für eine Reihe an Behandlungsmethoden. Drei Verfahren sind dabei wesentlich voneinander zu unterscheiden.

Heuschnupfen ist mit Eigenblut therapierbar

Die Eigenbluttherapie bei Heuschnupfen gehört zu den homöopathischen Behandlungen. Foto: © pixelstore – Fotolia.com

Ablauf der Eigenbluttherapie

Es gibt drei grundlegende Verfahren der Eigenbluttherapie. Bei der Behandlung mit unverändertem Eigenblut entnimmt der Arzt dem Patienten zwei bis fünf Milliliter seines Venenblutes. Dieses impft er ihm nach kurzer Zeit erneut in die Muskulatur am Gesäß. Durch den kurzen Aufenthalt außerhalb des Körpers verändert sich das Bluteiweiß. Das Immunsystem erkennt das verabreichte Blut nicht mehr als körpereigen und geht dagegen vor.

Bei der zweiten Variante handelt es sich um die Therapie mit aufbereitetem Eigenblut. Hier mischt der Arzt dem Blut vor der Verabreichung ein homöopathisches Mittel bei. Welcher Wirkstoff dabei zum Einsatz kommt, entscheidet der Zustand des Patienten. Die Behandlung mit potenziertem Eigenblut benötigt einen Tropfen Kapillarblut aus der Fingerbeere. Der Arzt verdünnt ihn nach homöopathischen Regeln. Ein Tropfen dieser Lösung kommt in 100 Tropfen Alkohol zur erneuten zehnfachen Verdünnung. Der Potenzierungsgrad ergibt sich aus dem Ziel der Eigenblutbehandlung.

Wirkungsweise der Eigenbluttherapie

Die Verabreichung des Eigenblutes reizt das Immunsystem minimal. Unsere Abwehrkräfte reagieren auf das veränderte Blut und erhöhen die Zahl der weißen Blutkörperchen. Der Körper bildet vermehrt Antikörper. Bei einigen Patienten kommt es zu Beginn der Eigenbluttherapie zur sog. Erstverschlimmerung. Die Symptome werden stärker, ehe sie abschwächen. Dies gilt als erstes Anzeichen für eine erfolgreiche Behandlung.

Zur Behandlung von Heuschnupfen ist die Eigenbluttherapie als „Trainingsprogramm für das Immunsystem“ zu verstehen. Bei einer Allergie handelt es sich um eine Überreaktion der Abwehrkräfte auf harmlose Stoffe. Durch die Begegnung mit dem geringfügig veränderten Venenblut lernt unser Verteidigungsmechanismus, nicht länger unverhältnismäßig zu reagieren. Unabhängig von der Art der Eigenbluttherapie wirkt das Verfahren auf die gleiche Art.

Welche Risiken birgt die Eigenbluttherapie?

Die Eigenbluttherapie gilt als gut verträglich – auch bei Heuschnupfen. Neben der Erstverschlimmerung kommt es selten zu Unverträglichkeiten in Form von Kopfschmerz oder Fieber. Beim der Zugabe von allergieauslösenden Medikamenten droht in seltenen Fällen ein allergischer Schock und es folgt der Zusammenbruch des Kreislaufs. Sprechen Sie vor Beginn der Eigenbluttherapie mit ihrem Heilpraktiker, um mögliche Risiken abzuklären.

Umstrittene Wirksamkeit bei Heuschnupfen

Wie bei anderen homöopathischen Heilmethoden konnte die Wissenschaft die Wirksamkeit der Eigenbluttherapie nicht belegen. Es liegt bisher keine medizinische Studie vor, die den Erfolg einer Therapie von Heuschnupfen mit Eigenblut nachweist. Der Behandlungserfolg variiert von Patient zu Patient. Ihr Hausarzt hilft Ihnen, bei Heuschnupfen die für Sie passende Therapie zu finden.

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