Die Wechseljahre gelten als rein weibliches Phänomen. Bedingt durch zunehmenden Testosteronmangel erleben viele Männer jenseits der 40 jedoch ähnliche Symptome. Seit einiger Zeit führt die Forschung dies unter dem Begriff „climacterium virile“. Experten sind bislang jedoch uneins, ob Männer in die Wechseljahre kommen.

Kommen Männer in die Wechseljahre?

Auch Männer können Symptome erfahren, die den von Frauen in der Menopause ähneln. Foto: © Janina Dierks – Fotolia.com

Symptome der männlichen Wechseljahre

Ab dem 40. Lebensjahr sinkt der Testosteronspiegel bei Männern jährlich um ein bis zwei Prozent. Bei Vielen äußert sich dies mit Symptomen wie nachlassender Libido, Hitzewallungen, Nervosität oder Schlafstörungen mit ähnlichen Beschwerden wie im weiblichen Klimakterium. Der Begriff „männliche Wechseljahre“ oder „Andropause“ liegt nahe.

Der Einfluss eines sinkenden Testosteronspiegels auf die körperliche Leistungsfähigkeit ist jedoch nicht bekannt. Männer ab 60 haben allgemein einen niedrigeren Testosteronspiegel. Die männlichen Wechseljahre gelten in Fachkreisen als umstritten. Viele Ärzte führen die Symptome auf die natürliche Alterung zurück.

Wie verändert sich der Hormonhaushalt ab 40?

Mit dem 40. Geburtstag sinkt der Anteil der Hormone Testosteron, STH, Melatonin und Dehydroepiandrosteron (DHEA) im männlichen Körper.

Der absinkende Testosteronspiegel führt in den männlichen Wechseljahren zu nachlassendem sexuellem Verlangen (Libido). Dies übt auf viele Männer verstärkt psychischen Druck aus.

Beim Hormon STH oder Somatropin handelt es sich um ein Wachstumshormon. Ein STH-Mangel führt zu Schlafstörungen. Dies sind unter anderem typische Symptome des Klimakteriums.

Melatonin entsteht in der Zirbeldrüse des Zwischenhirns und regelt unseren Tag-Nacht-Rhythmus. Sein Fehlen führt zu mangelnder Müdigkeit und bildet den Grund für die Schlaflosigkeit in den männlichen Wechseljahren.

Der sinkende DHEA-Spiegel setzt Männer in der Andropause stark unter Stress. Das Sexualhormon DHEA spielt eine zentrale Rolle bei der Stressabwehr. 

Wie wirke ich der Andropause entgegen?

Sport wirkt den Ursachen der männlichen Wechseljahre entgegen. Sportliche Betätigung erhält die Hormonproduktion aufrecht. Ideal sind Ausdauersportarten wie Laufen oder Radfahren. Ärzte raten Männern, dreimal wöchentlich für mindestens eine halbe Stunde Sport zu treiben. In den meisten Fällen hält dies den altersbedingten Hormonmangel in Schach.

Klären Sie ihren Hormonspiegel ab 40 in Routineuntersuchungen mit Ihrem Hausarzt ab. Vor Einsetzen der Andropause liegt der Testosteronspiegel zwischen zwölf und 35 Nanomol pro Liter Blut. Johanniskraut hilft bei Wechseljahres-Symptomen wie

  • Schlafstörungen
  • ausbleibende Müdigkeit
  • oder Nervosität.

Besprechen Sie bei der Einnahme weiterer Medikamente mögliche Wechselwirkungen zuvor mit Ihrem Arzt.

Ist eine Hormonersatztherapie sinnvoll?

Patienten in der Hormonersatztherapie erhalten das Sexualhormon Testosteron über Pflaster oder Injektionen. In den USA ist dies gang und gäbe. Es vertreibt die Symptome und Mangelerscheinungen zunächst zügig. Allerdings besteht kein Beweis für die positiven Auswirkungen einer solchen Therapie auf Gesundheit und sexuelle Leistungsfähigkeit von Männern in den Wechseljahren.

Eine Hormontherapie erhöht die Gefahr von Herzerkrankungen, Prostatakrebs und Leberschwächen. Eine Hormonersatztherapie empfiehlt sich daher nur im Falle eines drastisch zu niedrigen Testosteronspiegels. Ein Hormonmangel kann ernsthafte Krankheiten wie Osteoporose nach sich ziehen. Befragen Sie bei hormonell bedingten Beschwerden einen Arzt.

Mehr Informationen finden Sie auf unserer Themenseite über Wechseljahre.