Skip to content

Die richtige Ernährung bei rheumatoider Arthritis

Die Behandlung von rheumatoider Arthritis erfolgt vornehmlich über Medikamente. Die richtige Ernährung hilft bei der Linderung der entzündlichen Beschwerden. Vegetarische Kost und viel Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend und verschaffen Besserung. Tierische Fette und Wurstwaren haben im Ernährungsplan hingegen keinen Platz. Eine bewusste Ernährung unterstützt die Therapie der rheumatoiden Arthritis, ersetzt jedoch die medikamentöse Behandlung nicht.

Bei der rheumatoiden Arthritis handelt es sich um eine schubweise verlaufende entzündliche Erkrankung der Gelenke. Sie betrifft oft Finger-, Zehen- und Handgelenke. Die betroffenen Körperstellen sind fieberhaft überwärmt, gerötet und schwellen an. Für Betroffene ist eine Behandlung durch Medikamente unumgänglich. Bewusste Ernährung unterstützt die Therapie der Arthritis und fördert das Ergebnis. Rheuma-Patienten benötigen viele Omega-3-Fettsäuren und Vitamine und verzichten auf tierische Fette.

Die ideale Ernährung bei rheumatoider Arthritis ist reich an Omega-3-Fettsäuren

Eine Ernährung reich an Omega-3-Fettsäuren und Vitalstoffen lindert die Symptome rheumatoider Arthritis. Foto: © Dani Vincek – Fotolia.com

Mit Omega-3-Fettsäuren gegen die Entzündung

Diverse Studien von 2005 bis 2007 belegen den positiven Effekt von Omega-3-Fettsäuren auf die Symptome rheumatoider Arthritis. Wir beziehen sie aus pflanzlichen Ölen wie Raps-, Soja- Walnuss und Leinöl. Auch fette Seefische wie Lachs, Makrele und Hering enthalten viele gesunde Fettsäuren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Rheumatikern wöchentlich mindestens zwei Portionen Fisch. Senken Sie zusätzlich den Konsum tierischer Fette. Insbesondere Schweineschmalz und fette Wurstwaren wie Leberwurst enthalten viele entzündungsfördernde Omega-6-Fettsäuren.

Langkettige Omega-3-Fettsäuren wirken der entzündungsfördernden Arachidonsäure als direkter Gegenspieler entgegen. Wir nehmen diese kurzkettige Omega-6-Fettsäure mit tierischen Fetten auf. Sie fördert die Bildung entzündungsfördernder Neurotransmitter (Eicosanoide) und ruft so die Symptome der rheumatoiden Arthritis hervor. Die langkettigen Fettsäuren verdrängen die Omega-6-Fettsäure und verringern die Bildung der Neurotransmitter. Bei ausreichender Aufnahme (3 g pro Tag) stellt sich nach ca. drei Monaten eine Besserung ein.

Vegetarische Ernährung steigert die Wirkung

Der Verzicht auf tierische Fette funktioniert am besten über vegetarische Ernährung. Patienten mit rheumatoider Arthritis profitieren vom Verzicht auf Fleisch. Essen Sie pro Tag fünf Portionen frisches Obst und Gemüse. Sie enthalten wertvolle Vitalstoffe wie Vitamin E, Vitamin C und Beta-Carotin. Ihre antioxidative Wirkung hemmt Entzündungen und mildert so die Symptome der Gelenkerkrankung. Der positive Effekt auf die Symptome rheumatoider Arthritis stellt sich bei vegetarischer Ernährung nach ca. drei Monaten ein. Innerhalb von zwölf Monaten steigert er sich weiter.

Wer nicht auf Fleisch verzichten möchte, reduziert seinen Konsum. Essen Sie nicht mehr als zwei Portionen pro Woche, um den Symptomen rheumatoider Arthritis effektiv entgegenzuwirken. Verzichten sie dabei auf fettes Fleisch und Wurst und achten Sie auf magere Ernährung, z.B. mit Geflügel. Oder Sie lassen das Fleisch doch weg und ersetzen es durch zwei Portionen fetten Seefisch pro Woche. Verwenden Sie zudem fettarme Milch und Milchprodukte. Die konsequente Umstellung der Ernährung ermöglicht nach einem Vierteljahr oft eine Reduzierung der Medikamentierung.

Wie sinnvoll sind Nahrungsergänzungsmittel?

Bei ausgewogener Ernährung ist die Einnahme zusätzlicher Nahrungsergänzungsmittel oft nicht sinnvoll. Wer sich rein vegetarisch ernährt, sollte mit seinem Hausarzt über derartige Präparate sprechen. In einigen Fällen haben sich Fischölkapseln zur ausreichenden Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren bewährt. Fügen Sie diese Nahrungsergänzungen ihrer Ernährung nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt hinzu!

Eine U.S.-amerikanische Studie aus dem Jahr 2011 belegt einen häufigen Vitamin D-Mangel bei rheumatoider Arthritis. Das Vitamin mineralisiert unsere Knochen und fördert unseren Kalziumhaushalt. Bei einer Unterversorgung kommt es zu Knochenschäden. Bewegung an der frischen Luft wirkt dem auf natürliche Weise entgegen. Bei ausreichend Sonnenlicht bildet der Körper es selbstständig. Gönnen Sie sich bei rheumatoider Arthritis darum viel frische Luft und Sonne. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über einen möglichen Vitamin D-Mangel und die Notwendigkeit von Vitaminpräparaten.

Hilft Fasten bei rheumatoider Arthritis?

Das Hauptargument für das Fasten bei rheumatoider Arthritis stellt der Gewichtsverlust übergewichtiger Patienten dar. Die Normalisierung des Körpergewichts entlastet die Gelenke und lindert so die Symptome. Eine bewusste Ernährung hat den gleichen Effekt. Der Verzicht auf fettreiche Kost mit tierischen Fettsäuren führt zu einer natürlichen Abnahme des Körpergewichts. So entlasten Sie Ihren Knochenbau ohne zu fasten.

Heilfasten bewährt sich selten zur dauerhaften Linderung der Symptome rheumatoider Arthritis. Viele Patienten verspüren für 7 bis 9 Tage eine Linderung der Gelenkschmerzen. Dieser Effekt hält nicht an. Der Körper leert in der Fastenzeit seine Energie- und Eweißspeicher. Dies ist für Rheuma-Patienten von großem Nachteil, da die Krankheit selbst einen Abbau von Eiweiß mit sich bringt. Der Körper verliert beim Fasten Eiweiß in Knochen, Gewebe und Muskeln. Fasten Sie bei rheumatoider Arthritis nur bei Fortsetzung der medikamentösen Therapie und in Absprache mit Ihrem Arzt!

Alkohol, Kaffee und Nikotin intensivieren den Verlauf

Verzichten Sie als Patient mit rheumatoider Arthritis auf den Konsum von Alkohol. Er fördert die Bildung von Oxidantien und ruft so Entzündungen hervor. Gleiches gilt für das Trinken von Kaffee- und Schwarztee sowie für das Rauchen. Gaben Patienten das Rauchen nach der Diagnose der Gelenkerkrankung auf, verlief die Arthritis bei ihnen weniger gravierend. Eindeutige Beweise für diese Beobachtung fehlen derzeit jedoch aufgrund der geringen Anzahl entsprechender epidemiologischer Studien.

Medikamente sind unumgänglich

Die Umstellung der Ernährungsgewohnheiten stellt bei rheumatoider Arthritis eine unterstützende Ergänzung der medikamentösen Behandlung dar. Sie lindert die Symptome und ermöglicht häufig eine Reduzierung der Medikamente. Ausgewogene Ernährung bietet jedoch keine vollständige Alternative zu Rheuma-Medikamenten. Führen Sie sich bei der Umstellung Ihrer Essgewohnheiten den Nutzen vor Augen: Essen Sie nichts, was partout nicht schmeckt! Die Änderung der persönlichen Gewohnheiten sollte im Verhältnis zur erzielten Linderung stehen. Ihr Arzt berät Sie bei der Anpassung Ihres Speiseplans.

 

Lesen Sie mehr zum Thema Rheuma:

Rheuma bei Kindern