Was noch vor einigen Jahren undenkbar war, ist Medizinern und Forschern jetzt wahrscheinlich gelungen: Sie wollen beweisen, dass es tatsächlich möglich ist, Alzheimer vorzubeugen und bei Betroffenen den geistigen Verfall zu bremsen! Diese Erkenntnis kommt einer medizinischen Sensation gleich und ist dazu noch leicht umzusetzen.

Vitamine bremsen wahrscheinlich den geistigen Verfall.

Bewegung, Vitamine und Gehirnjogging sollen Alzheimer vorbeugen. Foto: © jd-photodesign – Fotolia.com

Durchbruch in der Alzheimer-Forschung

Es ist ein einfacher Vitamin-Mix, der den altersbedingten Schwund an Hirnmasse verhindern kann. Das ist das Ergebnis einer Studie an der Universität Oxford mit 168 Menschen über 70 Jahre. Durch die Einnahme der Vitamine B6, B12 und Folsäure lässt sich Alzheimer vorbeugen und aufhalten. Dies gilt als ein absoluter Durchbruch.

Der Hintergrund: Wissenschaftler fanden heraus, dass an dem zunehmenden geistigen Verfall das Zellgift Homocystein beteiligt ist. Dieser Stoff entsteht im Körper als schädliches Abbauprodukt des Stoffwechsels. Bei jungen Menschen ist Homocystein kein Problem. Der Körper baut es ab. Im Alter funktioniert das nicht mehr so gut. Dann lagert sich die Substanz in den Blutgefäßen ab und verursacht unter anderem Demenz.

In der genannten Studie erreichte der Homocystein-Spiegel durch die Einnahme einer Kapsel täglich bei fast 96 Prozent der Probanden innerhalb von vier Wochen den Normalwert. Sogar kleinste, verschlossene Gefäße öffneten sich wieder. Es kam zu einer verbesserten Durchblutung. Durchschnittlich schrumpft das Gehirn ab 60 jährlich um ca. 0,5 Prozent, bei Alzheimer-Patienten um 2,5 Prozent. Durch die gezielte Einnahme des Vitamin-Mixes normalisiert sich dieser Abbau.

Nicht vergessen: Ab 40 ist Kontrolle wichtig, um das Risiko für Alzheimer frühzeitig zu erkennen. Experten raten dazu, ab 40 alle zwei Jahre, ab 60 jedes Jahr die Homocystein-Konzentration im Blut kontrollieren zu lassen. Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an, dieser Wert gehört nicht zum normalen Blutbild.

Alzheimer und Demenz erkennen

Demenz ist der Oberbegriff für verschiedene Krankheitsbilder, die alle mit einem Verlust der geistigen Fähigkeiten wie Denken oder Erinnern einhergehen. Die verschiedenen Demenz-Formen unterscheiden sich unter anderem durch ihre Ursache. So können etwa Durchblutungsstörungen vorliegen (Vaskuläre Demenz) oder Vorerkrankungen wie Stoffwechselstörungen schuld sein (Sekundäre Demenz).

Alzheimer, oder genauer Alzheimer-Demenz, ist die häufigste Form der Demenz-Erkrankungen. Ärzte erkennen Alzheimer an den typischen Eiweißablagerungen im Gehirn. Frühe Blutuntersuchungen geben entsprechende Hinweise.

In Bewegung bleiben

Bewegung regt die Durchblutung des Gehirns an und versorgt es mit Sauerstoff. Das verbessert die Konzentration und die Gedächtnisleistung. Bewegen Sie sich, wann immer es geht. Es kommt nicht auf Höchstleistungen an, sondern auf Regelmäßigkeit. Täglich 30 Minuten sind ideal.

Dabei zählen nicht nur Laufen, Radfahren oder Schwimmen – auch Treppensteigen oder ein kleiner Spaziergang sind gute Aktivitäten. Extra-Tipp: Beim Telefonieren flott durch die Wohnung gehen. Beim Zähneputzen müssen Sie nicht stillstehen. Und: Machen Sie morgens gleich ein paar Gymnastik-Übungen.

Richtig ernähren

Sowohl zur Vorbeugung als auch zum Aufhalten von Alzheimer kommt es nicht so sehr auf den Verzehr einzelner gesunder Lebensmittel an, sondern auf deren ausgewogene Mischung. Wer sich an der traditionellen Küche des Mittelmeerraums orientiert, ist auf der sicheren Seite.

Hauptbestandteil dieser Ernährungsweise sind viel Obst und Gemüse, fetter Fisch, Olivenöl, Nüsse und Hülsenfrüchte. Extra-Tipp: Wenn Sie einen Alzheimer-Kranken betreuen, verzichten Sie am besten auf Exotisches. Demenzkranke essen lieber ihnen vertraute Speisen.

Gehirn trainieren

Neben Kreuzworträtsel, Sudoku oder Schach bringen, regelmäßig durchgeführt, ebenso kleine Übungen viel für die geistige Fitness:

  • Links schreiben: Text mit der linken Hand (Linkshändler mit der rechten) schreiben. Fortgeschrittene: Den Text nicht von links nach rechts, sondern von rechts nach links schreiben.
  • Buchstabieren: Ein langes Wort überlegen, schnell erst von vorne nach hinten, dann von hinten nach vorne buchstabieren.
  • Rückwärts sprechen: Einen beliebigen Satz ausdenken und diesen von hinten beginnend sprechen.
  • Auf den Kopf stellen: Zeitung oder Buch umdrehen und so lesen.

 

Quelle: Das goldene Blatt, Nr. 43.

 

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