Eine Pollenallergie verleidet vielen Betroffenen das gute Wetter. Ein Spaziergang im Grünen oder ein Picknick auf einer Blumenwiese endet oft mit Niesanfällen und Schnupfnase. Bewährte Mittel und einfache Vorkehrungen helfen gegen die typischen Heuschnupfen-Beschwerden.

Nasenspray lindert akute Atemnot

Bei akuten Symptomen von allergischer Rhinitis hilft z.B. Nasenspray mit Kortison. Foto: © absolutimages – Fotolia.com

Wie halte ich meine Wohnung „pollenfrei“?

Pollenallergiker können Ihre Wohnung „pollensicher“ machen, damit sie sich immerhin drinnen beschwerdefrei wohlfühlen können. Bei Heuschnupfen gilt: Lüften Sie einmal täglich die Wohnung. In der Stadt lüften Sie am besten morgens (zwischen sechs und acht Uhr), wenn noch wenig Autos unterwegs sind.

Das ist wichtig, weil die Schadstoffe in der Luft die allergische Wirkung der Pollen verstärken. Wenn Sie auf dem Land leben, lüften Sie abends ab sieben Uhr. Nach Regenschauern können Sie ebenso lüften, da Regen wie ein natürlicher Pollenfilter wirkt.

Tipps für eine allergikerfreundliche Wohnung: Ein Pollenschutzgitter hält die Pollen fern. Für ihren Staubsauger gibt es einen speziellen Pollenfilter (Mikrofilter, Hepafilter), der die Pollen in dem Gerät festhält.

Schlafen mit Heuschnupfen

Tragen Sie die Pollen nicht mit in Ihre Wohnung! Pollen heften sich draußen an die Kleidung. Wechseln Sie Ihre Kleidung, wenn Sie nach Hause kommen. Bewahren Sie die getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer auf.

Weitere Tipps: Wäsche nicht draußen trocknen lassen, lieber auf einen Trockenraum ausweichen. Dort können keine Pollen in Ihrer Wäsche landen.

Gleiches gilt für die Haare. Waschen Sie die Pollen aus Ihren Haaren, bevor Sie ins Bett gehen. So schlafen Sie bald beschwerdefrei.

Gut vorbereiten und entspannen!

 Besorgen Sie sich einen Pollenkalender, der Ihnen die aktuelle Belastung mitteilt. Der Belastungszeitraum kann schwanken, da die Flugzeit der Pollen jedes Jahr variiert. Für Smartphonebesitzer gibt es von der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst eine Pollen App.

Damit können Sie den Zeitraum, in dem Sie betroffen sind,  einschätzen. Versuchen Sie, in diesem Zeitraum keine anstrengenden Termine wahrzunehmen und vermeiden Sie Stress. Die allergischen Reaktionen verschlimmern sich bei Stress. Entspannen Sie sich und nehmen Sie sich Zeit für sich selbst, wenn der Heuschnupfen wieder zuschlägt.

Extrafilter für Autofahrer

Nicht vergessen: Schützen Sie sich in Ihrem Auto vor Pollen. Viele neue Modelle haben serienmäßig einen Pollenfilter in der Lüftungsanlage. Falls Ihr Auto über keinen Filter verfügt, können Sie sich einfach einen Pollenf ilter vom Baumarkt besorgen und selbst einbauen.

Wenn die Luft im Auto abgestanden riecht oder Sie mit dem Filter in Ihrem Auto mehr als 30 000 Fahrkilometer zurückgelegt haben, dann Sollten Sie den Pollenfilter wechseln.

Medikamente gegen Heuschnupfen

Es gibt mehrere Medikamente und Hilfsmittel gegen Heuschnupfen, die jedoch nur die Symptome und nicht die Ursachen bekämpfen. Bei Schnupfen und Niesen helfen kurzfristig abschwellende Nasensprays oder Nasenspülungen mit Salz. Wer tränende Augen hat, sollte kein Augen-Make-Up und keine Kontaktlinsen verwenden. Tragen Sie lieber eine Sonnenbrille, wenn Sie unter gereizten Augen leiden – sie schützt die Augen vor Pollen.

Medikamente wie Antihistaminika wirken – wie der Name andeutet – gegen Histamin. Der Körper schüttet bei einer Allergie vermehrt den Stoff Histamin aus, das Symptome wie Juckreiz oder Schnupfen auslöst. Antihisaminika heben den Effekt von Histamin auf und schwächen so allergische Reaktionen ab.

Ältere Versionen der Antihistaminika haben den Ruf, schlapp und müde zu machen. Die modernen Antihistaminika sind besser verträglich. Sie machen nicht so schnell müde und helfen Allergikern, gut durch die Pollenflugzeit zu kommen.

Kortison hilft – hat aber Nebenwirkungen

Umstritten ist Kortison: Eine hohe Dosierung des verschreibungspflichtigen Medikaments bringt unter Umständen starke Nebenwirkungen mit sich. Die neu entwickelten Kortison-Präparate sind besser verträglich. Kortison spielt bei der Therapie von starken Entzündungen eine wichtige Rolle. Deshalb eignet es sich vor allem bei sehr starken allergischen Beschwerden.

Bei heftigem Schnupfen bringt ein Nasenspray mit Kortison schnelle Besserung – ist aber nur für eine kurzzeitige Anwendung gedacht. Kortison verschreibt der Arzt bei starken allergischen Reaktionen in Form von Sprays, Tabletten, Salben oder Spritzen. Nehmen Sie das Kortison während des vorgeschriebenen Behandlungszeitraumes regelmäßig ein, damit das Präparat seine volle Wirkung entfalten kann.

Folgen Sie den Anweisungen des Arztes und setzen Sie es nicht selbstständig ab, da sich der Körper an das Kortison gewöhnt. Stoppen Sie die Einnahme des Kortison-Präparats zu plötzlich, kann es zu einem Schockzustand  durch einen Kortisonmangel kommen. Sprechen Sie Ihre Vorgehensweise mit Ihrem Arzt ab.

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