In Indien haben viele Lehren philosophische Aspekte. Dies gilt auch für das Medizinsystem Ayurveda. Ayurveda glaubt stark an die Selbstheilungskräfte des Körpers. Ein Aspekt, der mehr und mehr auch von der tradionellen europäischen Medizin in der heutigen Zeit übernommen wird. Durch seine Wurzeln in der Samkhya Philosophie ist Ayurveda von jeher ein ganzheitliches System. Es berücksichtigt den physischen und psychischen Aspekt des menschlichen Körpers.

Philosophie der Selbstheilung

Ayurveda setzt auf die Kraft des Körpers zur Selbstheilung

Die indische Philosophie kennt sechs unterschiedlich Systeme, die Darshanas genannt werden:

  1. Nyaya
  2. Vaisheshika
  3. Samkhya
  4. Yoga
  5. Purva Mimansa
  6. Vedanta

Samkhya bildet die Theorie, Yoga die Praxis

Ayurveda ist stark mit dem Samkhya System verknüpft, das auch auf westliche Wissenschaftler und Philosophen einen starken Einfluß ausgeübt hat. Enge Verknüpfungen bestehen zum Yogasystem. In der Samkhya Philosophie fehlt der absolute Anspruch der Yoga Philosophie. Die Samkhya Philosophie gilt als eines der ältesten philosophischen Systeme Indiens. Beide Systeme sind im Ayurveda stark verwurzelt. Ältere Texte zeigen, dass mit der Samkhya Philosophie eine Lehre bezeichnet wurde, die einen universalen Geist als Basis der Vielheit annahm.

Jenseits von Zeit und Raum existiert ein Bewußtsein der Existenz (mahath). Das Universum entstand durch den Willen und dem Verlangen (ahankara). Die Samkhya Philosophie und auch Ayurveda ist dualistisch geprägt. Das Weltgeschehen basiert demnach auf zwei fundamentale Prinzipien:

  • dem passiven, bewußten Geist (Purusha) und
  • der aktiven, unbewußten „Urmaterie“ oder „Natur“ (Prakriti).

Die Basis von Ayurveda

Dementsprechend bildet die Basis des Ayurveda die Erkenntnis, dass in uns allen die Weisheit des Kosmos steckt. Diese Weisheit generiert Leben und erhält Leben. Die verschiedenen Ansätze und Behandlungsmethoden des Ayurveda haben ihren Ursprung in dem Ziel, das reine und unbesiegbare Potential in uns zu wecken. Heilungsprozesse anstoßen und die Einheit von Körper, Geist und Seele herzustellen.

Ayurveda sieht unsere Natur ist Ausdruck unserer individuellen Konstitution (physisch und mental), umgeben von unseren spirituellen oder angeborenen Charaktereigenschaften (vasanas). Die ayurvedische Medizin entwickelte extrem raffinierte Methoden, um quantitativ und qualitativ die physische Konstitution zu bewerten. Dies beruht auf den Doshas Vata, Pitta und Kapha, aber auch die mentale Konstitution, die auf Satva, Rajas und Tamas basieren.

Jedes Fahrzeug oder Maschine wird mit einer Bedienungsanleitung ausgestattet. Der erfahrene Ayurveda Arzt erstellt diese Bedienungsanleitung für jeden Patienten. Eine Anleitung, die dem Patienten im Detail sagt, was er essen darf und wie er sein Leben ausrichten muß. Dann erzielt er eine optimale Leistung seines Körpers in Bezug auf seine Gesundheit und sein Wohlbefinden.

Therapeutischen Ansätze im Ayurveda

Wir unterscheiden zwei therapeutischen Ansätze im Ayurveda. Shodana ist ein Ansatz, der gründlich eine Entgiftung und Reinigung des Körpers hinsichtlich der kausalen Wurzeln von körperlichen Störungen vornimmt. Shodana versucht, die letzten Reste einer Krankheit zu beseitigen (beinhaltet die Methoden des Panchakarma- der Königsdisziplin der ayurvedischen Medizin). Samana geht als heilender Ansatz auf spezifische und symptomatische gesundheitliche Störungen ein. Oft kommen beide Ansätze zum Einsatz. Dies erfolgt zusammen oder nacheinander, um eine effektive Heilung und und permanente Besserung zu ermöglichen.

Wissenswertes zu Ayurveda:
Ayurveda – älteste Medizin unserer Welt
Ayurveda als Heilmethode in der heutigen Zeit

Ein Video zum Thema:

 Ayurveda: Sankhya und Vedanta in der Ayurveda Praxis, Vortrag mit Dr. Rhyner

Redaktion heilstrategie.de

1 Kommentar

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